Top3 November 2020

 

Siegfried Rosner:
System Dynamics. Komplexe Sozialsysteme und ihren Wandel begreifen und gestalten

Systemische Organisationsberatung und Aktionsforschung,
hrsg. von Siegfried Rosner, Band 5,
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2020, 237 S.,
ISBN 978-3-95710-278-2 (print), € 24.80
ISBN 978-3-95710-378-9 (e-book pdf), € 22.99

Beziehungsgeflechte, wechselseitige funktionale Abhängigkeiten und Veränderungsdynamiken von sozialen Systemen – seien es Organisationen oder ganze Gesellschaften – zeigen in der Regel eine hohe Komplexität. System Dynamics verweist auf die Veränderungsfähigkeit von Sozialsystemen und das Bestreben, manchmal verdeckte Funktions- und Wirkungszusammenhänge zu begreifen und damit den geplanten Wandel von Systemen besser zu gestalten.

Das Verstehen des oft auch informellen Regelwerks von Organisationen sowie von Struktur und Organisationsprinzipien gesellschaftlicher Verhältnisse fördert den Aufbau von System-Kompetenz, soziologischem Orientierungswissen und Navigationsvermögen in einem sich schnell verändernden Umfeld.

Neben einem Gastbeitrag von Hans J. Pongratz und G. Günter Voß zu „Fremdorganisierte Selbstorganisation“ vereinigt der Sammelband Aufsätze des Soziologen Siegfried Rosner zum Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft, zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Fragestellungen sowie zum systemischen Ansatz in Konfliktmediation und Strukturaufstellung, die über einen Zeitraum von 30 Jahren entstanden sind.

Sowohl in seiner wissenschaftlichen Arbeit als auch als langjähriger Managementtrainer und Organisationsberater befürwortet er in den hier versammelten Einzelbeiträgen eine sozialwissenschaftliche Reflexion der (Design-)Verant­wortung für Soziale Systeme und beleuchtet damit eine wichtige Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis, Wissenschaft und Beratung.

Schlüsselwörter: Organisationsberatung, Systemtheorie, Selbstorganisation, Managementkonzepte, Modernisierung, Strukturaufstellungen, Aktionsforschung, Arbeitsgesellschaft, Arbeitskraftunternehmer

 

Sebastian Burger, David J. Offenwanger, Jan Hendrik Quandt, Stefanie Reiter und Christoph Schank (Hrsg.):
Führungsverantwortung und Führungsversagen

Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2020, 188 S.
ISBN 978-3-95710-279-9 (print), € 29.80
ISBN 978-3-95710-379-6 (e-book pdf), € 27.99

Führung ist ein komplexer sozialer Prozess. Betriebswirtschaftliche Ziele zu erreichen, Aufgaben und Prozesse zu ordnen, die Zufriedenheit aller Anspruchsgruppen im Blick zu haben – insgesamt viel Verantwortung zu tragen –, gehört zu den Aufgaben einer Führungskraft. Entsprechend vielschichtig gestalten sich die Anforderungen an Führungspersonen, die sich zudem mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen verändern. Galt Korruption beispielsweise lange als Kavaliersdelikt, wird heute erwartet, illegale und illegitime Praktiken zu ächten und entsprechende Regelungen in die Organisationskultur zu integrieren. Die Etablierung einer ganzheitlichen Compliance-Struktur, die unter anderem ein Meldesystem für anonyme Vorstöße vorsieht, unterstützt Betriebe in ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Themen wie die Kompetenz ethisch reflektierten Führens, die Wirkweise werteorientierten Coachings sowie die Auswirkung von Psychopathie auf den Unternehmenskontext werden in diesem Band sowohl im Theoretischen also auch in Bezug auf einzelne Praxisfelder und mit Blick auf Wirtschaft und Gesellschaft behandelt.

Die Consulting Akademie Unternehmensethik bietet seit 2003 Studierenden und Young Professionals die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Summer School mit den Grundlagen ethischen Handelns als wirtschaftlicher Akteur auseinanderzusetzen, und publiziert Sammelbände zu den jeweiligen Themenschwerpunkten. Das vorliegende Buch umfasst die Ergebnisse der beiden Summer Schools 2016 und 2017 zu den Themen „Wirtschaftskriminalität & Compliance“ sowie „Sicherheit & Freiheit“.

Mit Beiträgen von Claudia Buengeler, Nadine Bliedung, Daniel Gottal, Michael Heisel, Volker Lingnau, Ute Müller, Jan Dehne-Niemann, Till E. Dehne-Niemann, Horst Pöttker, Lia Polotzek, Christoph Schank, Dirk Seeburg, Rebekka Skubinn und Norbert Graf von Stillfried

 

Axel Haunschild, Florian Krause, Christiane Perschke-Hartmann, Andrea-Kristin Schubert, Günther Vedder, Martin Vogel (Hrsg.):
Arbeit und Zeit

Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft,
hrsg. von Axel Haunschild, Günther Vedder, Band 12,
Rainer Hampp Verlag, Augsburg, München 2020, 256 S.,
ISBN 978-3-95710-274-4 (print), € 27.80
ISBN 978-3-95710-374-1 (e-book pdf), € 24.99

Die Zeit ist ein zentrales Strukturprinzip moderner Gesellschaften und der Arbeit in Organisationen. Viele berufliche und private Herausforderungen hängen mit Zeitknappheit, dringenden Terminen, Überstunden sowie Beschleunigung zusammen. Die Menschen wünschen sich demgegenüber mehr Eigenzeit, Flexibilität, Entschleunigung und Auszeiten. Innerhalb der Arbeitswissenschaft wurde dem Zusammenhang von Arbeit und Zeit schon lange eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Unternehmen hat sich das Arbeitszeitmanagement in den letzten Jahren zu einem zentralen Handlungsfeld der Personalpolitik entwickelt. Wie sollen mobiles Arbeiten, Teilzeitführung, Sabbaticals und Workation organisiert werden? Wie wirkt sich die Einführung agiler Arbeitsformen auf die Zeitnutzung aus? Lässt sich die Erschöpfung der Beschäftigten durch ein besseres Selbstmanagement reduzieren? Und wie passen die Themen Zeit und Nachhaltigkeit eigentlich zusammen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich die vier Fachbeiträge und drei umfangreichen Studien in diesem Sammelband. Er ist am Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Leibniz Universität Hannover entstanden. Die Autor*innen arbeiten entweder als Wissenschaftler*innen an diesem Institut oder haben dort den Masterstudiengang Arbeitswissenschaft absolviert.  

Schlüsselwörter: Arbeitszeit, Agilität, Nachhaltigkeit, Erschöpfung, Teilzeitführung, Mobiles Arbeiten, Sabbatical, Workation, Selbstmanagement, Zeit